Honorarkürzung für Psychotherapeuten: Falsches Signal zur falschen Zeit.

Hermann Scharf Beitragsfoto

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat beschlossen, die Vergütung ambulanter Psychotherapie ab April um 4,5 Prozent zu kürzen – auf Druck der gesetzlichen Krankenkassen und gegen den ausdrücklichen Widerstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Hierzu erklärt der CDU-Sozialexperte und Vorsitzende des Sozialausschusses im saarländischen Landtag, Hermann Scharf:

„Die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses, die Vergütung ambulanter Psychotherapie um 4,5 Prozent zu kürzen, ist gesundheitspolitisch ein schwerer Fehler, und das zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Psychische Erkrankungen nehmen in Deutschland dramatisch zu, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz sind bereits heute für viele Betroffene kaum noch zumutbar. Wer in dieser Situation an der Vergütung der Therapeutinnen und Therapeuten spart, schickt kranken Menschen das Signal: Eure Gesundheit ist weniger wert.

Die Folgen sind absehbar: Praxen werden gezwungen sein, mehr Privatpatienten zu behandeln, die Versorgung gesetzlich Versicherter wird weiter ausgedünnt. Das ist keine Kostendisziplin, das ist eine Rationierung psychotherapeutischer Hilfe auf dem Rücken der Schwächsten.

Wir fordern die Bundesregierung auf, diese Entscheidung zu revidieren und endlich eine bedarfsgerechte Versorgung psychisch kranker Menschen sicherzustellen, statt die Psychotherapie als Sparreserve zu missbrauchen.“

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