Eine aktuelle Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zeigt gravierende Defizite bei der Personalausstattung saarländischer Kindertagesstätten. Im Schnitt sind nur 66 Prozent der empfohlenen Personalressourcen vorhanden. Im westdeutschen Vergleich gehört das Saarland damit zu den Schlusslichtern. Hierzu erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jutta Schmitt-Lang:
„Diese Studienergebnisse sind ein deutliches Alarmsignal. Angesichts der aktuellen Fachkräftesituation fehlt schlicht die Zeit für die Kinder. Die Landesregierung muss endlich für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen, damit unsere Kitas einen kindgerechten Alltag gewährleisten können.
Der Anteil der Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, steigt kontinuierlich. Doch ausgerechnet dort, wo Sprachförderung am dringendsten gebraucht wird, ist die Personaldecke statistisch am dünnsten: Mit steigendem Anteil nichtdeutscher Familiensprache verschlechtert sich die Personalausstattung zusehends.
Die Schuleingangsuntersuchungen zeigen zudem deutlich: Der ausschließlich alltagsintegrierte Sprachansatz der SPD ist gescheitert. Es braucht mehr Personal, klare Strukturen und eine Sprachförderung, die jedem Kind wirklich hilft. Deshalb fordern wir als CDU-Fraktion seit Jahren frühe Sprachtests und bei Bedarf eine verbindliche, gezielte Förderung. Statt Gießkannenprinzip der SPD braucht es passgenaue Unterstützung.
Eine weitere zentrale Baustelle ist die Eingliederungshilfe: Die Studie zeigt eindrücklich, wie groß der Bedarf ist – 49 Prozent der Kitas werden von Kindern mit Eingliederungshilfe besucht. Die derzeitige Praxis funktioniert nicht. Die Systematik gerät an ihre Grenzen, während gleichzeitig Hilfe rechtzeitig bei den Kindern ankommen muss. Es ist inakzeptabel, dass Kinder durchschnittlich sechs Monate und länger auf einen Bescheid warten. Diese Zeit haben sie in diesem sensiblen Lebensalter nicht.
Die Landesregierung muss jetzt handeln: mehr Personal, ein wirksames Sprachförderkonzept und endlich eine funktionierende Systematik bei der Eingliederungshilfe. Die Zeit des Wegduckens und Aussitzens muss vorbei sein.“