Zu Medienberichten über mögliche Kürzungen bei der Musikförderung im Entwurf des Bundeshaushalts 2027 erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie bildungs- und kulturpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jutta Schmitt-Lang:
„Die bekannt gewordenen Pläne geben Anlass zur Sorge. Sollte der Festivalförderfonds tatsächlich von vier auf zwei Millionen Euro halbiert und der Amateurmusikfonds von 4,6 auf drei Millionen Euro gekürzt werden, wäre das ein falsches Signal für die kulturelle Vielfalt in unserem Land. Gerade diese Programme sorgen dafür, dass Kultur nicht nur in großen Konzerthäusern und Metropolen stattfindet, sondern auch in Vereinen, auf kleinen Bühnen und in ländlichen Räumen.
Im Saarland erleben wir jeden Tag, welche Bedeutung Chöre, Musikvereine, Orchester und Festivals für unser kulturelles und gesellschaftliches Leben haben. Sie bringen Menschen zusammen, stärken das Ehrenamt, ermöglichen kulturelle Teilhabe und geben jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne. Diese gewachsenen Strukturen lassen sich nicht einfach zurückfahren und später wieder aufbauen.
Natürlich stehen auch der Bund und der Kulturbereich vor schwierigen Haushaltsentscheidungen. Einsparungen müssen jedoch mit Augenmaß erfolgen. Wer ausgerechnet bei vergleichsweise kleinen, aber in der Breite besonders wirksamen Förderprogrammen kürzt, riskiert nachhaltige Schäden für die kulturelle Infrastruktur. Spitzenkultur braucht eine starke kulturelle Basis – und die entsteht in den Vereinen, Orchestern und Festivals vor Ort.
Der Haushaltsentwurf ist noch nicht beschlossen. Das parlamentarische Verfahren bietet die Chance, hier nachzusteuern. Wir setzen darauf, dass die Sorgen der Musik- und Kulturszene ernst genommen werden und die Mittel für den Festivalförderfonds sowie den Amateurmusikfonds mindestens auf dem bisherigen Niveau gesichert werden. Kulturelle Breite, Ehrenamt und gesellschaftliche Teilhabe dürfen nicht zum Sparposten werden.“