Zur stark rückläufigen Entwicklung der Passagierzahlen am Flughafen Saarbrücken-Ensheim erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Alwin Theobald:
„Die Passagierzahlen des Jahres 2025 am Flughafen Saarbrücken-Ensheim sind ein Offenbarungseid für die saarländische Landesregierung. Mit rund 307.000 Reisenden im gesamten Jahr, einem Rückgang von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erreicht der Flughafen den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Wer die Coronajahre außen vor lässt, findet keine Vergleichszahlen, die schlechter wären. Das ist das Ergebnis einer SPD-Politik des Schönredens, des Vertagens und Versagens.
Noch im November 2025 ließ die Landesregierung auf unsere parlamentarische Anfrage hin ausrichten, die Passagierzahlen seien ‚entgegen der Fragestellung nicht permanent rückläufig‘. Diese Antwort ist nun das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Wenige Monate später liefert die Realität die schonungslose Widerlegung.
Die Landesregierung hat für 2027 vollmundig 440.000 Passagiere prognostiziert und die Beihilfefreiheit des Flughafens in Aussicht gestellt – eine Marke, die Jürgen Barke bereits für 2017 und 2022 versprochen hatte. Nach dem aktuellen Tiefstand und einem Januar 2026, der bereits weitere 30 Prozent unter dem Vorjahresmonat liegt, ist diese Prognose schlicht nicht ernst zu nehmen. Wir fragen die Landesregierung: Auf welcher Grundlage sollen innerhalb von zwei Jahren über 43 Prozent mehr Passagiere gewonnen werden? Eine ernsthafte Antwort wird die Landesregierung darauf nicht geben können.
Gerade auch der Vergleich mit dem Luxemburger Flughafen Findel ist vernichtend. Während Ensheim auf den tiefsten Punkt seit zwei Jahrzehnten abgesackt ist, feierte Findel im vergangenen Jahr mit über 5,3 Millionen Fluggästen einen neuen Rekord. Auf unsere parlamentarische Anfrage, wie sich die Passagierzahlen im Vergleich zu Luxemburg entwickeln, antwortete die Landesregierung: Es lägen ‚keine Informationen vor.‘ Das ist keine Antwort, das ist politisches Wegschauen. Offensichtlich war der direkte Vergleich zu schmerzhaft, um ihn zu führen.
Das Land schießt jährlich mehrere Millionen Euro für den Flughafen zu. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler des Saarlandes finanzieren damit einen Betrieb, der trotz jahrelanger SPD-Ankündigungen nicht auf eigenen Beinen stehen kann und dessen Passagierzahlen inzwischen dramatisch einbrechen. Zur Erinnerung: Die SPD ist seit 2012 für die saarländische Verkehrspolitik in der Verantwortung.
Weniger Passagiere bedeuten weniger Einnahmen – das bedeutet noch mehr Defizit, noch mehr Beihilfe, noch mehr Belastung für den ohnehin klammen Landeshaushalt. Diesen Teufelskreis hat die SPD-Politik nicht durchbrochen. Sie hat ihn verwaltet und schöngeredet. Die CDU-Landtagsfraktion fordert die Landesregierung auf, endlich ein realistisches und überprüfbares Konzept für die Zukunft des Flughafens vorzulegen – eines, das nicht auf Wunschzahlen basiert, sondern auf einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Die Zeit der leeren Versprechen muss ein Ende haben.“