Zu den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach das Saarland mit 649 Pkw je 1.000 Einwohner bundesweit die höchste Pkw-Dichte aufweist, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alwin Theobald:
„Dass das Saarland bundesweit die höchste Pkw-Dichte hat, ist keine Überraschung. Für viele Saarländerinnen und Saarländer ist das Auto nicht eine Frage der Bequemlichkeit, sondern schlicht die einzige verlässliche Möglichkeit, ihren Alltag zu organisieren. Wer pünktlich und ohne viel Aufwand zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt kommen muss, kann sich vielerorts nicht auf den öffentlichen Nahverkehr verlassen. Schlechte Taktungen, fehlende Verbindungen und zuletzt auch noch zahlreiche Ausfälle bei der Saarbahn haben das Vertrauen vieler Menschen in Bus und Bahn weiter geschwächt.
Die hohe Pkw-Dichte im Saarland ist vor allem auch ein Misstrauensvotum gegen die saarländische Verkehrspolitik, die seit 2012 von der SPD verantwortet wird. Schon unter der früheren Verkehrsministerin Rehlinger wurden die notwendigen Weichen, etwa für einen attraktiveren ÖPNV, nicht gestellt. Verkehrsministerin Berg verschärft die Lage zunehmend, es hapert an vielen entscheidenden Stellen für eine zukunftsgerichtete Mobilität: Bei der Ladeinfrastruktur für Elektroautos ist das Saarland bundesweit Schlusslicht, der ÖPNV kommt nicht in die Gänge, die Radwegeplanung stockt. Und diejenigen, die aufs Auto angewiesen sind, will die SPD mit sogenannten Push-Maßnahmen wie Parkraumverknappung auch noch gängeln.
Statt einer Politik gegen das Auto braucht das Saarland vor allem einen leistungsfähigeren öffentlichen Nahverkehr. Dazu gehört, das überholte Wabensystem endlich abzuschaffen und einen ÖPNV aus einem Guss mit verständlichen Tarifen, besserer Vernetzung und attraktiven Verbindungen im ganzen Land zu schaffen. Ebenso brauchen wir ein flächendeckendes Schnell- beziehungsweise Expressbusnetz, das die Mittelzentren zuverlässig mit dem Oberzentrum Saarbrücken verbindet.
Ziel muss sein, dass mehr Menschen freiwillig Bus und Bahn, aber auch das Rad nutzen. Doch das gelingt nicht durch Bevormundung oder Symbolpolitik gegen das Auto, sondern durch ein besseres Angebot alternativer Mobilitätsformen. Solange die Landesregierung diese Voraussetzungen nicht schafft, bleibt das Auto für viele Saarländerinnen und Saarländer unverzichtbar. Die höchste Pkw-Dichte Deutschlands ist deshalb nicht das Problem, sondern die Quittung für eine seit Jahren verfehlte Verkehrspolitik.“