Nach der Umweltministerkonferenz in Leipzig sieht die CDU-Landtagsfraktion ihre Kritik am bisherigen Vorgehen der Landesregierung in der Kormoran-Frage bestätigt. Hierzu erklären Sebastian Schorr, Sprecher für den ländlichen Raum, und Alwin Theobald, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher:
„Noch im Februar haben wir deutlich gemacht: Das Saarland darf nicht länger das einzige Flächenland ohne strukturiertes Kormoran-Management bleiben. Damals verwies die Landesregierung vor allem auf rechtliche Hürden und offene Fragen. Jetzt spricht Ministerin Berg selbst von europaweitem Management, einer Überprüfung des Schutzstatus und letztlich auch von Bejagung. Das ist eine späte, aber klare Bestätigung unserer Kritik.
Wir begrüßen, dass das Thema in der Umweltministerkonferenz beraten wurde. Entscheidend ist jetzt aber, dass daraus keine neue Warteschleife wird. Das Saarland braucht einen verbindlichen Fahrplan: belastbares Monitoring, klare Kriterien für Eingriffe, rechtssichere Ausnahmegenehmigungen, den Schutz sensibler Fischarten und eine angemessene Berücksichtigung der Interessen von Anglern und Fischerei.
Natürlich braucht es beim Kormoran auch überregionale und europäische Antworten. Das darf aber kein Vorwand sein, im Saarland weiter untätig zu bleiben. Andere Bundesländer haben längst gezeigt, dass rechtssichere Regelungen und Managementkonzepte möglich sind. Es geht weder um Symbolpolitik noch um pauschale Abschussdebatten, sondern um ein fachlich sauberes, rechtssicheres und wirksames Management. Wer Fischartenschutz ernst nimmt, darf den Kormoran nicht ausklammern.
Die Landesregierung hat lange gezögert. Wenn sie jetzt selbst von Management, Schutzstatus und Bejagung spricht, dann muss sie auch liefern. Wir erwarten, dass das Ministerium zeitnah darlegt, welche konkreten Schritte folgen und wann das Saarland endlich ein eigenes Kormoran-Management bekommt. Wir werden die Thematik erneut im zuständigen Umweltausschuss auf die Tagesordnung nehmen.“