Zur Zukunft des Pingusson-Baus in Saarbrücken erklärt der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Stephan Toscani:
„Der Pingusson-Bau ist ohne Zweifel ein bedeutendes Zeugnis unserer saarländischen und deutsch-französischen Geschichte. Deshalb habe ich mich über viele Jahre dafür eingesetzt, dieses Ensemble zu erhalten. Aber politische Verantwortung bedeutet auch, Entwicklungen neu zu bewerten, wenn sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändern. Genau an diesem Punkt stehen wir heute.
Die Kosten für eine vollständige Sanierung sind über die Jahre immer weiter gestiegen. Momentan rechnet die Landesregierung mit 66 bis 80 Millionen Euro. Nach den Erfahrungen mit großen öffentlichen Bauprojekten müssen wir damit rechnen, dass es am Ende deutlich mehr als 100 Millionen Euro werden könnten – für ein einziges Verwaltungsgebäude. Das halte ich gegenüber den Saarländerinnen und Saarländern nicht mehr für vermittelbar. Wir müssen bei öffentlichen Investitionen immer fragen, ob Kosten und Nutzen noch in einem vernünftigen Verhältnis stehen.
Deshalb brauchen wir jetzt den Mut zu einer klaren Entscheidung: Wir als CDU wollen den historisch besonders bedeutsamen Botschaftertrakt und die Eingangshalle erhalten, aber das Bürohochhaus abreißen. Ich bin überzeugt, dass dieses Hochhaus auch nach einer extrem aufwändigen Sanierung kein wirklich gutes und zeitgemäßes Verwaltungsgebäude mehr werden wird.
Gleichzeitig wollen wir der Geschichte dieses Ortes eine neue Zukunft geben: Der erhaltene Botschaftertrakt könnte beispielsweise zu einem Deutsch-Französischen Haus oder einem Europahaus werden. Damit würden wir einen wichtigen baulichen Zeugen der französischen Epoche des Saarlandes bewahren und zugleich einen lebendigen Ort schaffen, der für die deutsch-französische Freundschaft und die europäische Idee steht.
Eine Entscheidung wurde lange nicht getroffen, zu lange. Allein die Regierung Rehlinger hatte jetzt über vier Jahre Zeit, die angekündigte Sanierung tatsächlich auf den Weg zu bringen. Niemand hat sie daran gehindert, auch kein Koalitionspartner. Doch statt einer klaren Entscheidung soll es jetzt erneut ein Gutachten geben – die nächste Ankündigung. Ich habe erhebliche Zweifel, dass vor der Landtagswahl überhaupt noch etwas Konkretes passiert. Deshalb sage ich: Irgendwann reicht es nicht mehr, Entscheidungen immer weiter zu vertagen. Dann ist es Zeit für eine klare Entscheidung.
Unser Vorschlag als CDU verbindet historische Verantwortung mit finanzpolitischer Vernunft: Wir erhalten den Teil des Ensembles, der für die deutsch-französische Geschichte von besonderer Bedeutung ist, geben ihm eine überzeugende neue Nutzung und verzichten gleichzeitig darauf, einen hohen Millionenbetrag in ein marodes Bürohochhaus zu investieren. Das ist aus meiner Sicht der verantwortungsvollere Umgang mit diesem Ort – und mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger.“