Eine stundenlange Vollsperrung der A620, ausgelöst durch einen in einer Baustelle feststeckenden Schwertransport, hat die strukturellen Defizite im saarländischen Baustellenmanagement jetzt erneut sichtbar gemacht. Die CDU-Landtagsfraktion hatte bereits im Februar im Verkehrsausschuss einen umfassenden Bericht zum Thema beantragt und im März einen entsprechenden Antrag im Landtag eingebracht. Der aktuelle Vorfall bestätigt diese Forderung eindrücklich. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alwin Theobald:
„Wie Medien berichten, kam es auf der A620 zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, nachdem ein Schwertransport in einer Baustelle feststeckte und den Verkehr über Stunden lahmlegte. Für zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer war das wieder einmal eine enorme Belastung. Dieser Vorfall ist mehr als ein Einzelfall, er ist ein weiteres Warnsignal.
Warum war dieser Transport überhaupt dort? Wer hat geprüft, ob die Durchfahrt unter den gegebenen Bedingungen möglich ist? Ein funktionierendes Baustellenmanagement muss solche Situationen im Vorfeld erkennen und verhindern. Bislang gibt es im Saarland kein institutionalisiertes Baustellenmanagement. Die Planung erfolgt getrennt nach Zuständigkeiten der jeweiligen Baulastträger. Eine verbindliche, frühzeitige Abstimmung findet nicht systematisch statt. Der aktuelle Vorfall zeigt, wohin das führt.
Mit der bevorstehenden, auf Jahre angelegten Sanierung der A620 drohen weitere, größere Belastungen für das gesamte Land. Andere Bundesländer machen vor, wie es besser geht – mit zentralen Koordinierungsstellen, die Bauprogramme zusammenführen und Maßnahmen notfalls zeitlich entzerren. Wir brauchen auch im Saarland ein System, das nicht erst reagiert, wenn es zu spät ist, sondern vorausschauend steuert. Dann sich Staus und vor allem unnötige Belastungen für die Menschen im Saarland vermeiden.“